Eilmeldung
Stand: 27.10.2026 • 21:49 Uhr
Die Parlamentswahl in Israel hat laut ersten Prognosen keinen klaren Sieger hervorgebracht. Weder für Premierminister Netanjahu noch für seinen wichtigsten Herausforderer Eisenkot zeichnet sich eine Mehrheit in der 120 Sitze zählenden Knesset ab.
Ersten Prognosen zufolge gibt es bei der Parlamentswahl in Israel keinen klaren Sieger. Laut dem TV-Sender Channel 11 kommt die Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu auf 25 von insgesamt 120 Mandaten im Parlament. Weitere TV-Sender veröffentlichten ähnliche Prognosen und sehen die Likud-Partei bei 24 Sitzen. Auf Platz zwei landet in der Prognose von Channel 11 die Mitte-Partei Jaschar des Ex-Militärchefs Gadi Eisenkot mit 21 Mandaten.
Weder das Lager Netanjahus noch das Lager seiner politischen Rivalen - jeweils mehrere Parteien, die sich in einem Bündnis zusammengeschlossen hatten - erreicht demnach jedoch die absolute Mehrheit. Den Prognosen zufolge liegt das Lager von Eisenkot etwa drei Mandate vor dem Lager Netanjahus, das nur auf 50 von insgesamt 120 Sitzen im Parlament kommt. Die Regierungsbildung und wer den künftigen Premierminister stellen wird, ist damit völlig ungewiss.
Deutliche Zugewinne verzeichnen offenbar die arabischen Parteien. Die islamisch-konservative Raam-Partei käme laut Channel-11-Prognose auf sieben Sitze, die linksgerichtete Vereinigte Liste auf zehn Sitze. Arabische Parteien könnten einer Regierungskoalition im Parlament zu einer Mehrheit verhelfen.
Opposition feiert das Ergebnis
Die israelische Opposition wertet das Wahlergebnis als Niederlage Netanjahus. Oppositionsführer Jair Lapid sagte nach Angaben seines Büros: "Lasst euch von niemandem verwirren: Der Netanjahu-Block hat eine vernichtende Niederlage erlitten." Er sprach von einem "totalen Kollaps", die Öffentlichkeit habe Netanjahus Lager "nach Hause geschickt".
Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten, Jair Golan, sagte ebenfalls, die Öffentlichkeit habe "die Netanjahu-Regierung gefeuert". Es gebe nun eine "historische Gelegenheit, eine Regierung des echten Wandels in Israel" zu bilden.
Netanjahu äußerte sich bisher nicht zu den Ergebnissen.
Hohe Wahlbeteiligung verzeichnet
Um 21:00 Uhr schlossen die Wahllokale. Eine von Netanjahus Likud-Partei beantragte Verlängerung der Stimmabgabe wurde von der Wahlkommission abgelehnt. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen.
Die Zentrale Wahlkommission verzeichnete nach eigenen Angaben bis 19.00 Uhr MEZ die höchste Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt seit Jahrzehnten. Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten demnach 74,3 Prozent der etwa 7,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der vergangenen Wahl vor vier Jahren waren es zum selben Zeitpunkt 66,3 Prozent gewesen. Insgesamt hatten damals 70,6 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.
Vorläufige Ergebnisse werden in den kommenden Stunden erwartet, die endgültigen Ergebnisse erst in den kommenden Tagen.
